Ein bisschen Schrauberei, ein bisschen Rost und ganz viel Liebe für Knut
Ein bisschen Schrauberei, ein bisschen Rost und ganz viel Liebe für Knut
Beim letzten Besuch in der polnischen Werkstatt, wo einige TÜV-relevante Arbeiten erledigt wurden – darunter Radlager, Stoßdämpfer und Beleuchtung – kam erstmals der Hinweis, dass sich unter dem Wagen langsam aber sicher auch etwas Rost breitmacht. Kein schönes Thema, aber zunächst schien es noch halb so wild.
Als Knut dann zurück in Berlin zur finalen TÜV-Prüfung vorgestellt wurde, wurde der Rost erneut bemängelt – und leider auch die Bremsanlage. Nicht die Beläge oder Scheiben waren das Problem, sondern die Bremssättel. Genauer gesagt: die Kolben, von denen einige zum Teil festsaßen. Nach einer gründlichen Reparatur gab’s schließlich doch die ersehnte TÜV-Plakette. Allerdings mit einer deutlichen Warnung: Wenn der Rost nicht bald ernsthaft behandelt wird, könnte das das letzte Mal gewesen sein.
Hui. Das hat mich schon ein wenig geschockt. Mein treuer Dicker, mein Knut, soll doch noch viele Jahre an meiner Seite bleiben!
Also habe ich mich an die Arbeit gemacht. Zuerst: die Trittbretter runter. Eine echte Drecksarbeit – besonders ohne Bühne – und ehrlich gesagt auch eine Frechheit, dass da so billige, rostanfällige Schrauben verbaut wurden. Jede dritte ist mir prompt abgerissen. Aber gut, jetzt sind sie ab und ich kann mir in Ruhe ansehen, wo genau der Rost sitzt.
Ab ging’s in die SB-Waschanlage – mal ordentlich von unten geschrubbt, den ganzen Matsch und Dreck der letzten Jahre runtergeholt. An einigen Stellen musste ich mit Hammer und Meißel ran, so fest saß der Schmodder. 15 Euro später, komplett durchnässt bis auf die Unterhose, aber: Knut war endlich sauber unterm Blech.
Nach dem Trocknen am nächsten Morgen habe ich mich erneut unter den Wagen gelegt – und ja, auf den ersten Blick sah’s wild aus. Doch bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus: Vieles davon war einfach nur noch anhaftender Dreck. Also: zweite Runde. Mit der weichen Bürste auf dem Akkuschrauber alles noch einmal gründlich bearbeitet, bis wirklich jeder Krümel verschwunden war.
Das Ergebnis: Lediglich leichter Flugrost an einigen wenigen Stellen, aber keine einzige ernsthafte Stelle an der Karosserie selbst. Kein Durchrostungen, keine faulen Ecken – nur ein Hauch von Rost. Erleichterung pur!
Dennoch wollte ich auf Nummer sicher gehen. Knut bekam eine kräftige Dusche mit Owatrol – bis tief in die Hohlräume des Rahmens. Und siehe da: keine sichtbare Reaktion, kein Blubbern oder Verfärben – also auch dort nur oberflächlicher Flugrost. Nach angemessener Trocknung folgte eine zweite Schicht, danach das große Finale: Vier Dosen Seilfett für die Hohlräume und eine zusätzliche für die sichtbaren Oberflächen. Nach dem Trocknen nochmals dieselbe Prozedur – insgesamt sind jetzt sieben Dosen Seilfett in und an Knuts Rahmen verteilt.
Das Ganze hatte ich übrigens schon 2018 direkt nach dem Kauf einmal gemacht – und offenbar hat es gewirkt. Denn der vermeintlich „bedrohliche“ Rost saß tatsächlich nur an den Trittbrettern, nicht an der Substanz des Fahrzeugs selbst.
Jetzt stellt sich mir die große Frage: Wie geht’s weiter?
Die alten Trittbretter haben über die Jahre ordentlich was abbekommen. Gerade sind sie definitiv nicht mehr – und ohne sie geht’s auch nicht, meine Frau kommt sonst gar nicht ins Auto. Außerdem will ich die Schweller nicht ungeschützt lassen. Also: Sanieren? Neu bauen? Oder vielleicht auf ein robusteres, langlebigeres System umsteigen?
Eines ist jedenfalls klar: Knut bleibt. Und er bekommt die Pflege, die er verdient.